Viele österreichische Slow-Fashion-Marken zögern bei der Frage: Kann türkische OEM-Fertigung mit unseren Werten vereinbar sein? Die ehrliche Antwort ist differenzierter als Ja oder Nein.
Österreich hat eine lebendige Slow-Fashion-Bewegung. Besonders in Wien, aber auch in Graz und Salzburg entstehen immer mehr Marken, die Mode als Gegenentwurf zur Wegwerfkultur positionieren: weniger Stücke, bessere Qualität, mehr Transparenz über Herkunft und Produktion. Diese Marken suchen Produzenten, die ihre Werte verstehen — und sind oft skeptisch gegenüber Fertigungspartnern außerhalb Westeuropas. Das ist nachvollziehbar. Aber die Frage, ob türkische OEM-Fertigung mit Slow-Fashion-Prinzipien vereinbar ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Sie hängt davon ab, was genau unter Slow Fashion verstanden wird — und welche Produktionspraktiken tatsächlich dahinterstecken. Hier ist unsere ehrliche Einschätzung, ohne Marketingphrasen.
Slow Fashion ist zunächst ein Wertesystem, kein geografisches Herkunftslabel. Die Kernprinzipien sind: Qualität über Quantität, Langlebigkeit von Produkten, Transparenz in der Lieferkette, faire Produktionsbedingungen und — wo möglich — reduzierter Ressourcenverbrauch. Keines dieser Prinzipien ist inhärent an einen bestimmten Produktionsstandort gebunden. Ein in Westeuropa produziertes Fast-Fashion-Stück in großer Auflage erfüllt diese Kriterien nicht besser als ein in der Türkei gefertigtes, langlebiges Strickstück aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. Was jedoch nicht automatisch mitgeliefert wird: lokale Herkunft als Kommunikationsargument. Wer „Made in Austria" oder „Made in Europe" als Kernversprechen seiner Marke nutzt, kann türkische OEM-Fertigung nicht darunter subsumieren. Das muss klar bleiben. Slow-Fashion-Werte und türkische Produktion schließen sich nicht aus — aber sie erfordern Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Kunden über den tatsächlichen Herstellungsort.
Unsere Produktionsweise passt in mehrerlei Hinsicht zu Slow-Fashion-Werten. Erstens: WHOLEGARMENT-Technologie von Shima Seiki bedeutet nahezu null Verschnitt — das Stück entsteht komplett auf der Maschine, ohne anschließendes Zuschneiden. Das ist ein nachweisbares Nachhaltigkeitsargument. Zweitens: Auf Anfrage arbeiten wir mit Garnlieferanten, die GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle, GRS-zertifizierte Recyclinggarne und OEKO-TEX Standard 100 Materialien anbieten. Drittens: Unsere Produktion ist direkt — kein verstecktes Subnetzwerk. Garnlieferant, Produktion in Gaziantep, Ihre Marke — das ist die vollständige Kette. Viertens: Mit einer MOQ von 250 Stück pro Farbe-Größen-Kombination produzieren wir keine Massenauflagen, sondern kleine, kontrollierte Kollektionen. Was wir nicht haben: Fairtrade-Zertifizierung, B-Corp-Status oder zertifizierte CO₂-Neutralität. Das sagen wir offen — und empfehlen, mit uns nur zusammenzuarbeiten, wenn die tatsächlichen Attribute Ihrer Marke passen und Sie das transparent kommunizieren.
Ist türkische OEM-Produktion mit Slow Fashion vereinbar?
Slow Fashion ist kein geografisches Konzept, sondern ein Wertesystem: Qualität über Quantität, Transparenz, Langlebigkeit. Türkische OEM-Produktion kann diese Werte vollständig erfüllen — wenn der Produzent zertifizierte Garne verwendet, Rückverfolgbarkeit gewährleistet und in kleinen, kontrollierten Auflagen produziert. Was nicht automatisch mitgeliefert wird, ist lokale Herkunft — das sollte klar kommuniziert werden.
Welche Zertifizierungen bietet Kiwi Giyim für nachhaltige Produktionen?
Wir arbeiten mit Garnlieferanten, die GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle, GRS-zertifizierte Recyclinggarne und OEKO-TEX Standard 100 zertifizierte Materialien anbieten. Auf Anfrage können diese Garne für Ihre Kollektion eingesetzt werden. Wir selbst halten keine eigenen Markenzertifizierungen wie Fairtrade oder B-Corp — das sagen wir offen.
Wie funktioniert die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette?
Da wir kein verstecktes Netzwerk von Subunternehmern haben, ist die Kette kurz: Garnlieferant → unsere Produktion in Gaziantep → Ihre Marke. Auf Anfrage stellen wir Garnzertifikate, Produktionsnachweise und Lieferantendokumentation zur Verfügung. Direkter Kontakt zum Inhaber Mehmet Özbakır ist jederzeit möglich.
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Wenn Ihre Marke auf echte Nachhaltigkeit setzt, sprechen wir offen über das, was wir bieten können — und was nicht. Fordern Sie unser detailliertes Materialprofil an.