Wenn Sie Strickwaren bei einem türkischen Hersteller bestellen, müssen Sie sich früh auf einen Incoterm einigen — das ist die international standardisierte Klausel, die regelt, wer von wann ab das Transport­risiko trägt, wer die Fracht zahlt und wer für die Zollabfertigung verantwortlich ist. Die Incoterms 2020 (International Commercial Terms) der Internationalen Handelskammer definieren insgesamt 11 Klauseln. Im türkisch-österreichischen Strickwarenhandel sind vor allem FOB Mersin, CIF Koper und DAP Wien relevant. Welcher passt zu Ihrer Situation? Das hängt von Ihrer Erfahrung mit Textilimporten, Ihrer Beziehung zum Spediteur und Ihrem Wunsch nach Kostenkontrolle ab. Dieser Artikel erklärt die drei gängigsten Optionen ehrlich — mit ihren Vor- und Nachteilen für österreichische Marken. Hinweis: Kiwi Giyim ist Hersteller, kein Rechts- oder Logistikberater. Klären Sie vertragliche Details mit Ihrem Spediteur und rechtlichen Berater.

FOB Mersin: der Branchenstandard für erfahrene Importeure

FOB (Free On Board) Mersin bedeutet, dass wir als Hersteller die Ware bis an Bord des Schiffes im Hafen Mersin liefern — ab diesem Moment liegt Risiko und Kosten beim Käufer. Sie oder Ihr Spediteur bucht die Seefracht (in der Regel ca. 10–14 Tage nach Koper oder Triest), schließt eine Transportversicherung ab und ist für die österreichische Einfuhranmeldung zuständig. Der klare Vorteil: Sie haben volle Kontrolle über die Frachtkosten und können Ihren eigenen, vertrauten Spediteur einsetzen. Das ist der in der internationalen Textilindustrie gängigste Incoterm für B2B-Geschäfte, weil er dem Käufer maximale Kostentransparenz gibt. Nachteil: Sie tragen das Transportrisiko ab Hafen Mersin selbst — ein Grund, warum eine Warenkreditversicherung oder Transportversicherung sinnvoll ist. Für Erstimporteure ohne eigenen Spediteur ist FOB etwas aufwendiger in der Koordination, aber mittel- bis langfristig meist die günstigere Wahl.

CIF Koper und DAP Wien: mehr Komfort, weniger Kontrolle

CIF (Cost, Insurance, Freight) Koper bedeutet: Wir organisieren die Seefracht und schließen eine Transportversicherung bis zum Hafen Koper ab. Ab dort liegt die Verantwortung beim Käufer — die österreichische Einfuhranmeldung und den Weitertransport nach Wien müssen Sie selbst arrangieren. CIF ist gut für Importeure, die noch keinen eigenen Spediteur für die Hafen-Abwicklung haben, aber bereits einen österreichischen Zolldienstleister nutzen. Ein Nachteil: Sie sehen die tatsächlichen Frachtkosten nicht direkt — wir kalkulieren sie in den CIF-Preis ein. DAP (Delivered at Place) Wien geht noch einen Schritt weiter: Wir liefern die Ware bis zu Ihrer Adresse in Wien, und Sie übernehmen lediglich die österreichische Einfuhranmeldung (inkl. Einfuhrumsatzsteuer). Das ist am unkompliziertesten für den Käufer, aber auch das teuerste Modell und gibt Ihnen am wenigsten Einblick in die Transportkosten. DDP bieten wir in der Regel nicht an, da wir als türkischer Hersteller keine österreichische USt-ID haben und die Einfuhrumsatzsteuer nicht für Sie abwickeln können — das wäre steuerrechtlich komplex und birgt Risiken für beide Seiten.

Häufige Fragen

Welcher Incoterm ist für einen Erstimport aus der Türkei nach Österreich empfehlenswert?

Für österreichische Marken, die zum ersten Mal aus der Türkei importieren, ist CIF Koper häufig ein guter Einstieg: Der Lieferant übernimmt Fracht und Versicherung bis zum Hafen Koper, und Sie beauftragen Ihren österreichischen Zollspediteur mit der Einfuhranmeldung und dem Weitertransport nach Wien. Mit zunehmender Erfahrung wechseln viele Importeure auf FOB, um die Frachtkosten selbst zu optimieren.

Was bedeutet FOB Mersin konkret für mich als Käufer?

Bei FOB (Free On Board) Mersin liefert der Verkäufer die Ware an Bord des Schiffes im Hafen Mersin — ab diesem Punkt trägt der Käufer das Risiko und die Kosten. Sie oder Ihr Spediteur bucht die Seefracht, schließt die Transportversicherung ab und ist für die Einfuhranmeldung in Österreich zuständig. FOB ist der gängigste Incoterm im internationalen B2B-Textilhandel und gibt dem Käufer die meiste Kontrolle über die Frachtkosten.

Bietet Kiwi Giyim auch DAP oder DDP-Lieferung an?

Wir können in der Regel FOB und CIF anbieten. DAP (Delivered at Place, z. B. DAP Wien) ist grundsätzlich möglich, erfordert aber eine sorgfältige Abstimmung. DDP (Delivered Duty Paid) ist für uns als nicht in Österreich registrierter Exporteur typischerweise nicht möglich, da wir keine österreichische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer haben und die österreichische Einfuhrumsatzsteuer nicht für Sie abwickeln können. Sprechen Sie uns an — wir finden gemeinsam den passenden Incoterm.

Logistik von Anfang an richtig planen

Wir besprechen mit Ihnen bei der ersten Anfrage, welcher Incoterm zu Ihrer Situation passt — und sorgen dafür, dass die Dokumentation (A.TR, Handelsrechnung, Packungsliste) für Ihren Spediteur vollständig ist.

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