Für österreichische Modegründerinnen und -gründer, Boutiquen mit Eigenmarken-Ambitionen und bestehende Labels, die ihr Strickwaren-Sortiment erweitern möchten, stehen grundsätzlich zwei Wege offen: Erstens Ready-Made — der Kauf fertiger Strickwaren vom Großhändler oder einer B2B-Plattform, die mit der eigenen Markenbezeichnung versehen werden. Zweitens OEM (Original Equipment Manufacturing) — die individuelle Produktion nach eigenen Designs und Spezifikationen bei einem Flachstrick-Produzenten. Beide Ansätze haben ihren Platz. Die Entscheidung, welcher der richtige ist, hängt von Faktoren ab, die oft nicht ausreichend durchdacht werden: Zeitplanung, Kapital, Designanspruch, gewünschte Exklusivität und langfristige Markenstrategie. Als OEM-Produzent haben wir naturgemäß ein Interesse an der Wahl zugunsten OEM — aber wir sind überzeugt, dass eine ehrliche Analyse in bestimmten Fällen auch für Ready-Made sprechen kann. Diese Ehrlichkeit ist Grundlage einer guten Geschäftsbeziehung.

Ready-Made: Vorteile, Grenzen und wann es sinnvoll ist

Ready-Made bedeutet: Sie kaufen fertige Strickwaren von einem Großhändler, einem Messeanbieter oder einer Online-Plattform für Modeeinkäufer. Die Vorteile sind klar. Erstens Geschwindigkeit: Ware ist verfügbar, oft ohne lange Vorlaufzeit. Zweitens geringeres Kapitalrisiko: Sie kaufen nur, was Sie brauchen, ohne Vorausinvestition in Musterentwicklung. Drittens Flexibilität: Trends können schnell aufgegriffen werden. Ready-Made eignet sich gut für folgende Situationen: Sie testen eine neue Produktkategorie (z.B. Strickwaren als Ergänzung zum bestehenden Sortiment) und wollen das Marktpotenzial prüfen, bevor Sie investieren. Sie haben kurzfristig eine Lücke im Sortiment, die sofort gefüllt werden muss. Ihr Budget für Erstinvestitionen ist sehr begrenzt. Die Grenzen sind ebenso klar: Ready-Made bietet keine Exklusivität. Das Stück, das Sie beim Großhändler kaufen, kauft auch Ihre Konkurrenz. Die Marge ist geringer, weil der Großhändler seinen Aufschlag addiert. Ihr Markenversprechen kann sich schlecht von anderen unterscheiden, wenn das Produkt identisch ist.

OEM: Vorteile, Anforderungen und wann es sich lohnt

OEM bedeutet: Sie entwickeln Ihr eigenes Design oder arbeiten mit uns gemeinsam an einer Produktspezifikation. Wir produzieren nach Ihren Vorgaben — Schnitt, Farbe, Garn, Muster, Etiketten. Das fertige Stück ist exklusiv Ihrer Marke. Die Vorteile liegen auf der Hand: Erstens Exklusivität — niemand sonst hat dieses Stück. Zweitens bessere Marke — Sie können eine kohärente Kollektionsidentität aufbauen, die Ihrer Marken-DNA entspricht. Drittens bessere Marge langfristig — ohne Großhändler-Aufschlag haben Sie mehr Spielraum in der Preisgestaltung. Viertens Differenzierung im österreichischen Markt, der Qualität und Einzigartigkeit schätzt. Die Anforderungen: Sie benötigen Vorlaufzeit (drei bis vier Monate für die erste Kollektion), Kapital für Musterkosten und Produktionsvorfinanzierung, sowie eine klare Vorstellung davon, was Sie wollen — oder die Bereitschaft, dies gemeinsam mit uns zu entwickeln. Unsere Empfehlung für österreichische Marken: Starten Sie OEM mit Ihren Kernstücken — den ein bis zwei Modellen, die Ihre Markenidentität am stärksten verkörpern. Ergänzen Sie das Sortiment für den Start mit Ready-Made-Stücken, bis Ihre OEM-Linie steht und Sie die Marktnachfrage kennen. Das reduziert Risiko, ohne auf Exklusivität bei den wichtigsten Stücken zu verzichten.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Mindestbestellmenge für OEM-Produktion bei Kiwi Giyim?

Unsere MOQ beträgt 250 Stück pro Stil und Farbe. Das ist deutlich niedriger als bei vielen asiatischen Produzenten und macht OEM auch für kleinere österreichische Marken und Boutiquen zugänglich. Bei komplexen Stricktechniken (z.B. aufwendige Intarsia) empfehlen wir eine erste Kalkulation, da höhere Musterfixkosten anfallen können.

Was ist der Unterschied zwischen OEM und Private Label?

Bei OEM produzieren wir nach Ihren eigenen Designs und Spezifikationen. Bei Private Label übernehmen Sie ein bestehendes Strickmodell unseres Portfolios mit Ihrer Markenbezeichnung. Letzteres ist schneller und günstiger, bietet aber weniger Exklusivität. Für Marken mit klar eigenem Design-Anspruch ist OEM die richtige Wahl.

Wie lange dauert OEM-Produktion im Vergleich zu Ready-Made?

Ready-Made (Lagerware vom Großhändler) kann in Tagen bis wenigen Wochen verfügbar sein. OEM dauert von der Musterentwicklung bis zur Lieferung in der Regel 3 bis 4 Monate — inklusive Musterphase (2-4 Wochen), Serienproduktion (45-60 Tage) und Transport nach Österreich (ca. 2 Wochen). Planung im Voraus ist für OEM essentiell.

Welcher Weg passt zu Ihrer Marke?

Schildern Sie uns Ihre Situation — Kollektionsgröße, Budget, Zeitplan. Wir geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung, ob OEM jetzt der richtige Schritt ist oder wann der ideale Zeitpunkt wäre.

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