Österreichische Modemarken, die Strickwaren in der Türkei produzieren lassen, stehen nach der Einfuhr vor einer operativen Frage: Wohin geht die Ware nach der Zollabfertigung? Für Unternehmen ohne eigenes Lager — oder mit wachsendem D2C-Geschäft — ist die Übergabe an einen 3PL (Third-Party Logistics Provider) eine etablierte Lösung. Ein 3PL übernimmt Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung und oft auch den Versand an Endkunden oder den Großhandel. Für importierte Strickwaren aus der Türkei kommen besondere Anforderungen hinzu: Korrekte Lagerung (Strickware dehnt sich unter eigenem Gewicht aus, wenn falsch gelagert), Handling von Hängeware versus gefaltet gelagerter Ware, Klimakontrolle bei empfindlichen Garnen (Merino, Kaschmir-Mix) und die nahtlose Integration mit dem österreichischen Umsatzsteuerrecht nach der Einfuhr. Dieser Artikel gibt österreichischen Einkäufern und Marken eine Orientierung.

Warum 3PL? Vorteile für Strickwareneinkäufer

Ein österreichischer 3PL-Anbieter bietet mehrere konkrete Vorteile gegenüber Direktversand an den Endkunden aus dem Ausland. Erstens: Flexibilität im Fulfillment. Statt einer einzelnen großen Lieferung vom türkischen Hersteller können Sie aus dem Österreich-Lager heraus in kleinen Einheiten an Händler, Pop-up-Stores oder Direktkunden versenden — ohne jedes Mal den kompletten internationalen Versandprozess zu durchlaufen. Zweitens: österreichisches Umsatzsteuerrecht. Bei der Einfuhr aus der Türkei wird an der österreichischen Grenze Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) erhoben. Sobald die Ware im österreichischen 3PL-Lager liegt und für den österreichischen Markt weiterverkauft wird, ist der Vorsteuerabzug für den österreichischen Unternehmer unkompliziert. Drittens: Nähe zum Kunden. Ein Lager in der Nähe des Endkunden ermöglicht kürzere Lieferzeiten innerhalb Österreichs und angrenzender Märkte. Der Raum Wien/Schwechat (Nähe Flughafen und Autobahnnetz A4/A2/S1) hat sich als bevorzugter 3PL-Standort für Textil in Österreich etabliert. Viertens: Pick-and-Pack für D2C. Wenn Sie Direktverkäufe über Ihren eigenen Onlineshop aufbauen, brauchen Sie eine Fulfillment-Infrastruktur. Ein 3PL mit Textilerfahrung kann Strickstücke einzeln kommissionieren, faltgerecht verpacken und mit Ihrer Markenetikettierung versehen.

Lagerungsanforderungen für Strickwaren

Strickwaren unterscheiden sich von Webwaren in einem wichtigen Punkt: Sie sind dimensionsinstabiler und können sich bei falscher Lagerung verformen. Die empfohlene Methode für längere Lagerzeiten (über zwei bis drei Monate) ist die gefaltete Lagerung auf Flachregalen oder in Boxen, mit Trennlagen bei empfindlichen Garnen. Luftfeuchtigkeit sollte kontrolliert sein — ein Bereich von 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit gilt als geeignet, um weder Schimmel noch elektrostatische Aufladung bei Synthetikfaseranteilen zu fördern. Hängelagerung ist für hochwertige WHOLEGARMENT-Stücke (nahtlose Konstruktion) für kurze Umschlagzeiten und mit geeigneten Kleiderbügeln und Schutzhüllen möglich. Bei der Hängelagerung über längere Zeit können sich Schulterpartien und Schulternähte verziehen — dies ist bei konventionell genähten Stricksachen noch ausgeprägter als bei WHOLEGARMENT-Konstruktionen. Beim Ausschreiben eines 3PL-Auftrags sollten österreichische Importeure explizit auf diese Punkte hinweisen und das Handling im Vertrag festlegen. Unsere Fabrik kann bei der Faltung und Polybag-Verpackung ab Werk so vorarbeiten, dass der Einlagerungsaufwand beim 3PL minimiert wird.

Häufige Fragen

Welcher Raum Österreich eignet sich als 3PL-Standort für Textilimporte?

Der Raum Wien/Schwechat und die Region Niederösterreich/Gürtellage um Wien sind die etabliertesten Logistikstandorte in Österreich. Nähe zum Flughafen Wien-Schwechat, Autobahnanschluss (A4, A2, S1) und Bahnanbindung machen diese Region zur ersten Wahl für zentralisierte Lagerung und Distribution an österreichische und mitteleuropäische Kunden.

Wie sollten Strickwaren in einem 3PL-Lager gelagert werden?

Strickwaren sind empfindlicher als Webware: Sie dehnen sich unter ihrem eigenen Gewicht aus, wenn sie zu lange aufgehängt gelagert werden. Gefaltet auf Regalen mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit (40–60 % rel. F.) ist die beste Methode für längere Lagerzeiten. Für kürzere Umschlagzeiten und hochwertige Einzelstücke (WHOLEGARMENT) kann Hängelagerung in Schutzhüllen sinnvoll sein. Besprechen Sie dies mit Ihrem 3PL.

Welche Dokumente liefert Kiwi Giyim für die 3PL-Integration?

Wir stellen Handelsrechnung, Packliste mit EAN-Codes, A.TR (für die zollfreie Einfuhr), Faserzusammensetzungszertifikat und auf Anfrage GOTS/GRS-Kettenzertifikate bereit. Diese Unterlagen werden für die österreichische Einfuhranmeldung und die spätere Einlagerung beim 3PL benötigt.

3PL-Lösung für Ihre österreichische Strickware?

Wir produzieren und liefern die Ware korrekt dokumentiert nach Österreich — die Wahl des 3PL liegt bei Ihnen, wir unterstützen mit sauberen Exportunterlagen und werkseitiger Packung nach Ihren Vorgaben.

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