Wenn Sie Strickwaren bei einem türkischen Hersteller bestellen, müssen Sie sich auf eine Zahlungsmodalität einigen, bevor die Produktion beginnt. Im internationalen Textilhandel sind drei Methoden besonders verbreitet: die T/T-Vorauszahlung (Telegraphic Transfer), das Akkreditiv (Letter of Credit, L/C) und die Zahlung gegen Dokumente (CAD, Cash Against Documents). Jede Methode hat ihre eigene Risiko- und Kostenstruktur. Die Wahl hängt davon ab, ob Sie eine neue oder etablierte Lieferantenbeziehung haben, wie groß Ihr Auftragswert ist und wie hoch Ihre Risikobereitschaft ist. Wichtig zu wissen: SEPA-Überweisungen gelten nicht für die Türkei — Zahlungen erfolgen per internationaler SWIFT-Überweisung. Dieser Artikel erklärt die Optionen klar und ohne Beschönigung. Hinweis: Kiwi Giyim ist kein Finanz- oder Rechtsberater. Konsultieren Sie für Ihre spezifische Situation Ihre Hausbank oder einen Außenhandelsberater.

T/T-Vorauszahlung: einfach, schnell und am weitesten verbreitet

Die T/T-Vorauszahlung (Telegraphic Transfer) ist im internationalen Textilhandel, besonders bei kleineren und mittleren Bestellungen, die häufigste Zahlungsart. Sie überweisen einen vereinbarten Betrag direkt auf unser Bankkonto (in der Regel in EUR oder USD) über SWIFT. Die Zahlung erfolgt typischerweise in zwei Raten: 30–50 % Anzahlung vor Produktionsbeginn und den Restbetrag vor oder bei Versand der Ware. Der Vorteil für beide Seiten: kein Bankaufwand für Dokumentenakkreditive, schnelle Abwicklung, direkte Vertragsbeziehung. Das Risiko für den Käufer: Wenn der Lieferant die Ware nicht produziert oder nicht liefert, besteht kein automatischer Bankschutz. Daher empfehlen wir T/T-Vorauszahlung vor allem in etablierten Geschäftsbeziehungen oder für Musterbestellungen mit überschaubaren Beträgen. Für Erstbestellungen mit größerem Volumen sollten Sie die alternativen Absicherungsmethoden prüfen.

Akkreditiv (L/C): maximale Sicherheit für beide Seiten

Ein Akkreditiv (Letter of Credit, L/C) ist ein Zahlungsversprechen Ihrer Bank gegenüber unserem Unternehmen: Die Bank zahlt uns, sobald wir die im Akkreditiv festgelegten Dokumente (Handelsrechnung, Konnossement, Packliste, A.TR etc.) fristgerecht vorlegen. Für Sie als Käufer bedeutet das: Sie zahlen erst, wenn der Nachweis erbracht ist, dass die Ware vertragsgemäß produziert und verschifft wurde. Das bietet erhebliche Sicherheit — besonders bei einer neuen Lieferantenbeziehung oder bei großen Auftragsvolumina. Die Kehrseite: Akkreditive sind administrativ aufwendig und kostenpflichtig. Beide Banken erheben Gebühren (typischerweise 0,2–0,5 % des Akkreditivbetrags plus Fixgebühren), und die Dokumentenanforderungen müssen penibel eingehalten werden — ein Tippfehler im Dokument kann zur Ablehnung führen. Außerdem verlängern Akkreditive die Vorlaufzeit, da die Eröffnung und Bestätigung Zeit braucht. Für Erstbestellungen ab ca. EUR 30.000–50.000 oder bei unklarem Lieferanten-Track-Record kann ein Akkreditiv jedoch gut investiertes Geld sein. Wir akzeptieren bestätigte Akkreditive von österreichischen Erstklassbanken.

Häufige Fragen

Kann ich aus Österreich per SEPA-Überweisung an einen türkischen Hersteller zahlen?

Nein — SEPA gilt nur innerhalb des SEPA-Raums, dem die Türkei nicht angehört. Zahlungen nach Österreich→Türkei erfolgen per internationaler Banküberweisung (SWIFT/BIC/IBAN). Typische Währungen sind USD oder EUR. Achten Sie auf die SWIFT-Gebühren Ihrer Bank und klären Sie vorab, ob Sie die Kosten teilen (SHA) oder vollständig übernehmen (OUR).

Was versteht man unter CAD (Cash Against Documents)?

CAD (Cash Against Documents) ist ein Dokumenteninkasso-Verfahren, bei dem der Hersteller die Versanddokumente über seine Bank an die Bank des Käufers sendet. Der Käufer erhält die Dokumente — und damit Zugang zur Ware — erst nach Zahlung (D/P) oder nach Akzeptierung eines Wechsels (D/A). CAD bietet mehr Sicherheit als reine Vorauszahlung, ist aber weniger aufwendig als ein Akkreditiv.

Für welche Auftragsgrößen empfehlen Sie ein Akkreditiv?

Ein Akkreditiv lohnt sich in der Regel ab einem Auftragswert, bei dem die Bankgebühren im Verhältnis zum Absicherungsgewinn stehen. Viele Textilimporteure setzen Akkreditive ab einem Auftragswert von ca. EUR 30.000–50.000 ein oder bei neuen Lieferantenbeziehungen ohne Track Record. Bei kleineren Bestellungen oder etablierten Lieferantenbeziehungen ist T/T-Vorauszahlung in der Regel die einfachere Option.

Zahlungsmodalitäten gemeinsam klären

Wir besprechen mit Ihnen beim ersten Kontakt offen, welche Zahlungsmodalitäten wir akzeptieren und wie wir die Abwicklung für Ihre Situation unkompliziert gestalten können.

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