Der EU Digitale Produktpass (DPP) ist eine der ambitioniertesten Maßnahmen des Europäischen Green Deal im Bereich Textilien. Er soll sicherstellen, dass jedes in der EU verkaufte Textilprodukt transparente Informationen über seine Materialien, Herstellung, Haltbarkeit und Recyclingfähigkeit zugänglich macht — über einen digitalen Träger, zum Beispiel einen QR-Code. Die rechtliche Grundlage ist die ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation, EU-Verordnung 2024/1781), die im Juli 2024 in Kraft getreten ist. Textilien gehören zu den Frühimplementierungskategorien, für die die Kommission delegierte Rechtsakte ausarbeitet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels sind die genauen Datenanforderungen und Umsetzungsfristen für Textilien noch nicht final verabschiedet. Dieser Artikel gibt den Stand Anfang 2025 wieder und ist keine verbindliche Compliance-Beratung. Verfolgen Sie aktiv die EU-Amtsblätter und die Informationen des österreichischen WKO.

Was der Digitale Produktpass enthalten wird

Nach dem aktuellen Planungsstand der ESPR soll ein Digitaler Produktpass für Textilien — einschließlich Strickwaren — folgende Informationen zugänglich machen: Faserzusammensetzung (Faserarten, Anteile, Herkunftsregion der Fasern), Chemikalieneinsatz (Einhaltung der EU-REACH-Verordnung, Abwesenheit besonders besorgniserregender Stoffe / SVHC), Haltbarkeit und Reparierbarkeit (Produktlebensdauer, Reparierbarkeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen), Recyclingfähigkeit und Kreislaufwirtschaft (Anteil recycelter Materialien, Recyclierbarkeit am Lebensende), Lieferketteninformationen (Herstellungsland, Produktionsstätte, wesentliche Unterlieferanten) sowie Umwelt-Fußabdruck (soweit messbar: Kohlenstoff-Fußabdruck, Wasserverbrauch). Der DPP wird über einen QR-Code oder einen anderen maschinenlesbaren Träger am Produkt zugänglich gemacht — für Endkunden, Händler und Behörden. Die Einführung ist gestaffelt geplant: große Unternehmen zuerst (voraussichtlich ab 2026–2027), KMU mit Übergangsfrist. Die genauen Zeitpläne werden erst mit den delegierten Rechtsakten der Kommission festgelegt — bleiben Sie informiert.

Was wir als Hersteller vorbereiten

Für Kiwi Giyim bedeutet der Digitale Produktpass, dass wir bereits jetzt an der Rückverfolgbarkeit unserer Materialien arbeiten. Unsere Garnlieferanten stellen OEKO-TEX STANDARD 100-Zertifikate bereit, die Aussagen über Chemikalienfreiheit und Materialzusammensetzung ermöglichen. Wir dokumentieren für jede Produktion das verwendete Garn (Faserart, Lieferant, Herkunftsland der Faser). Für Sonderanfertigungen (z. B. Biobaumwolle, recyceltes Polyester) können wir entsprechende Zertifikate anfordern. Was wir heute noch nicht liefern können: einen vollständigen digitalen Produktpass nach ESPR-Standard — weil die finalen technischen Anforderungen noch nicht verabschiedet sind. Wir beobachten die EU-Gesetzgebung eng und werden unser Dokumentationssystem entsprechend anpassen, sobald verbindliche Anforderungen vorliegen. Wenn Sie als österreichischer Importeur schon jetzt eine strukturierte Lieferkettendokumentation aufbauen möchten, sprechen Sie uns an — wir liefern, was wir haben, und identifizieren gemeinsam, was noch fehlt.

Häufige Fragen

Ab wann gilt der Digitale Produktpass für Textilien in Österreich?

Die genauen Daten für Textilien werden durch delegierte Rechtsakte zur ESPR festgelegt — diese sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht final verabschiedet. Erste Pflichten sind frühestens ab 2026–2027 für große Unternehmen zu erwarten, mit gestaffelter Einführung für KMU. Wir empfehlen, die Mitteilungen der EU-Kommission und die Informationen des österreichischen WKO regelmäßig zu verfolgen.

Was enthält ein Digitaler Produktpass für Strickwaren?

Nach aktuellem Stand soll ein DPP für Textilien Faserzusammensetzung, Chemikalieneinsatz (REACH), Haltbarkeit, Recyclingfähigkeit und Lieferketteninformationen enthalten. Der Pass wird über einen QR-Code am Produkt zugänglich gemacht. Die genauen Datenanforderungen werden durch delegierte Rechtsakte der Kommission festgelegt.

Was sollten österreichische Textilimporteure jetzt tun, um vorbereitet zu sein?

Beginnen Sie jetzt damit, vollständige Materialinformationen von Ihren Lieferanten einzufordern — Faserzusammensetzung, Herkunftsland der Garne, verwendete Färbemittel. Stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferkettendokumentation lückenlos ist. Verfolgen Sie die EU-Gesetzgebung zur ESPR und die österreichischen WKO-Infos aktiv.

Lieferkettendokumentation schon heute aufbauen

Wir stellen Ihnen die verfügbaren Materialdaten und Zertifikate unserer Garnlieferanten zur Verfügung — damit Sie Ihre DPP-Dokumentation aufbauen können, sobald die EU-Anforderungen feststehen.

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