LkSG-Pflichten konkret: Wie Strickwaren-Importeure Risikoanalyse, Lieferantenbewertung und Monitoring in der Praxis umsetzen.
Due Diligence in der Lieferkette ist für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern in Deutschland seit 2023 Pflicht (LkSG) und ab 2026 auch für kleinere Unternehmen durch die EU CSDDD zu erwarten. Für Strickwaren-Importeure bedeutet das: Die Lieferkette muss systematisch auf Menschen- und Umweltrechtsverletzungen überprüft werden. Dieser Leitfaden erklärt die praktischen Schritte.
Welche Länder, Lieferanten und Produkte haben welches Risiko? Türkei: mittleres Risikoprofil. Vergleich: Bangladesch/Pakistan höher. Grundlage: Country-Risk-Indizes (BHRRC, KnowTheChain, ILO). Dokumentation der Analyse.
Selbstauskunft des Lieferanten (Fragebogen), Vor-Ort-Audit oder Drittprüfung (SMETA, SA8000). Bei direkter Fabrik einfacher als bei mehrstufiger Lieferkette. Unsere Selbstauskunft auf Anfrage verfügbar.
Wenn Risiken identifiziert: Maßnahmenplan mit dem Lieferanten. Ziel: Risiko beseitigen oder minimieren. Dokumentation der Maßnahmen und deren Wirksamkeit. LkSG §§ 7–9 regeln die Pflichten.
Jährliche Überprüfung der Risikoanalyse. LkSG-Bericht auf der Unternehmenswebsite verpflichtend (ab 3.000 Mitarbeiter). BAFA-Einreichung. Kontinuierliches Monitoring über Lieferantensignale.
Die Türkei hat ein mittleres Risikoprofil in der LkSG-Risikoanalyse — deutlich besser als Bangladesch oder Pakistan, aber nicht so niedrig wie EU-Produktionsländer. Faktoren: ratifizierte ILO-Kernübereinkommen, Mindestlohngesetz, etabliertes Arbeitsrecht, unabhängige Gewerkschaften. Risiken: informelle Arbeit in kleineren Subunternehmen, regionale Unterschiede. Als direkter Fabrik-Lieferant (kein Sublieferanten-Netzwerk im Kernprozess) reduzieren wir die Lieferketten-Komplexität erheblich — ein messbarer Vorteil für Ihre Due-Diligence-Praxis.
Konkret prüfen lässt sich das vor Ort und am Papier: Lohnabrechnungen gegen den gesetzlichen Mindestlohn, Arbeitszeiterfassung gegen die zulässigen Höchstgrenzen, Sozialversicherungsmeldungen (SGK) für die Belegschaft. Seriöse türkische Fabriken können diese Nachweise ohne langen Vorlauf vorlegen — genau das unterscheidet einen auditfähigen Betrieb von einem Risikofall.
Due Diligence ist kein einmaliges Projekt, sondern ein wiederkehrender Zyklus. Wer die Bausteine einmal sauber aufsetzt, reduziert den laufenden Aufwand erheblich — die jährliche Aktualisierung ist dann Routine statt Neuanfang. In der Praxis hat sich diese Struktur bewährt:
| Baustein | Rhythmus | Ergebnis / Dokument |
|---|---|---|
| Risikoanalyse | Jährlich + anlassbezogen | Dokumentierte Bewertung nach Land, Lieferant, Produkt |
| Grundsatzerklärung | Einmalig, regelmäßig aktualisiert | Menschenrechtsstrategie, intern und extern kommuniziert |
| Präventionsmaßnahmen | Laufend | Lieferantenkodex, Vertragsklauseln, Schulungen |
| Abhilfemaßnahmen | Anlassbezogen | Maßnahmenplan mit Fristen und Wirksamkeitskontrolle |
| Beschwerdeverfahren | Dauerhaft zugänglich | Meldekanal für Betroffene entlang der Lieferkette |
| Dokumentation und Bericht | Jährlich | Interne Ablage + Berichtspflichten gegenüber der Behörde |
Die europäische Rechtslage ist in Bewegung: Anwendungsbereich, Schwellenwerte und Termine der CSDDD werden auf EU-Ebene noch angepasst. Prüfen Sie vor Umsetzungsentscheidungen die jeweils aktuelle Fassung von LkSG und CSDDD.
Für die Lieferantenbewertung eines Strickwaren-Herstellers hat sich ein festes Dokumentenpaket bewährt:
Wichtig für die Einordnung: Audits sind Momentaufnahmen. Kombinieren Sie Dokumentenprüfung mit einem eigenen Fabrikbesuch — bei zwei bis drei Flugstunden aus Deutschland ist das in der Türkei realistisch machbar, anders als in Fernost.
Viele deutsche Strickwaren-Marken liegen selbst unter den LkSG-Schwellen — und bekommen die Pflichten trotzdem auf den Tisch: Große Handelspartner und Plattformen reichen ihre Sorgfaltspflichten vertraglich an Lieferanten und Marken weiter (Kaskadeneffekt). Wer als Marke an Kaufhäuser oder Online-Retailer verkauft, muss die Lieferkettendokumentation daher ohnehin vorhalten. Die gute Nachricht: Bei einer direkten Fabrikbeziehung ist der Aufwand überschaubar — ein Dokumentenpaket, ein Ansprechpartner, eine überprüfbare Produktionsstätte. Welche Anforderungen konkret auf Strickwaren-Lieferanten zukommen, fasst unser Beitrag zu den LkSG-Anforderungen an Lieferanten zusammen; wie unsere Produktions- und Freigabeschritte ablaufen, zeigt die Seite Prozess.
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Teilen Sie Ihre LkSG-Anforderungen. Wir stellen die notwendige Lieferanten-Dokumentation für Ihre Risikoanalyse bereit.
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