Seit Dezember 2024 ist die EU-Produktsicherheitsverordnung Pflicht. Was das für Ihre Strickware bedeutet — und wie man es ab Werk richtig macht.
Die GPSR (General Product Safety Regulation, EU 2023/988) gilt seit Dezember 2024 verbindlich für Verbraucherprodukte in der EU — auch für Bekleidung und Strickware. Sie verlangt, dass Produkte sicher sind und dass es eine nachvollziehbare Verantwortungskette gibt. Für deutsche Marken heißt das: Dokumentation und Kennzeichnung müssen stimmen, bevor die Ware in den Verkehr kommt.
Ein Wirtschaftsakteur in der EU muss als Ansprechpartner benannt sein — bei Importen üblicherweise der Importeur.
Produktbeschreibung, Materialien, Risikobewertung und Nachweise, die die Sicherheit belegen.
Hersteller- und Produktangaben, sodass Charge und Herkunft nachvollziehbar sind.
Hersteller-/Importeurangaben am Produkt und ggf. Sicherheitshinweise.
Wir produzieren mit zertifizierten Garnen von akkreditierten Lieferanten, liefern Materialangaben, Lieferantenzertifikate und Rückverfolgbarkeit und bringen Ihre Hersteller-/Markenangaben sowie EU-konforme Etiketten ab Werk an. Das gibt Ihrer technischen Dokumentation eine solide Grundlage. Die GPSR-Verantwortung trägt die benannte Person in der EU — wir sind Hersteller, kein Compliance-Berater; finale Konformität bleibt bei Ihnen.
Die bisherige GPSD (Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG) war eine Richtlinie — sie musste ins nationale Recht umgesetzt werden. Die GPSR (EU 2023/988) ist eine Verordnung: sie gilt unmittelbar in allen EU-Staaten, ohne nationalen Umsetzungsakt. Das klingt technisch, hat aber praktische Konsequenzen:
Neu: Jedes Produkt muss einen benennbaren EU-Wirtschaftsakteur haben — Name, Adresse, E-Mail auf dem Produkt oder der Verpackung. Für Importeure: Das sind in der Regel Sie selbst.
Neu: Plattformen wie Amazon oder Zalando tragen Mitverantwortung für Produkte von Drittanbietern. Das erhöht den Druck auf Marken, die über Marktplätze verkaufen.
Produkte müssen Angaben tragen, die eine Rückverfolgung bis zum Hersteller ermöglichen — Modellnummer, Charge, Herstellername. Wir können diese Angaben ab Werk auf Etiketten anbringen.
Das EU-Schnellwarnsystem heißt jetzt Safety Gate — Meldungen sind öffentlich einsehbar. Ein nicht konformes Produkt Ihrer Marke ist innerhalb von Stunden europaweit sichtbar.
Für Bekleidung gibt es kein verpflichtendes CE-Kennzeichen wie für Spielzeug oder Elektrogeräte — aber die technische Dokumentation nach GPSR muss auf Anfrage der Marktaufsicht vorgelegt werden können. Für Strickwaren umfasst das typischerweise:
Wir liefern die Materialzertifikate und Lieferantendokumentation. Die Risikobewertung und Konformitätserklärung erstellt der Importeur oder eine spezialisierte Compliance-Kanzlei.
Besonders bei Kinder-Strickwaren: Kordeln im Halsbereich sind für Kinder unter 14 Jahren verboten (EN 14682). Wir fertigen entsprechend oder eliminieren Kordeln auf Wunsch.
REACH SVHC-Anhang: bestimmte Azo-Farbstoffe, Formaldehyd und Schwermetalle in Garnen. Wir kaufen bei OEKO-TEX-zertifizierten Lieferanten — das deckt die häufigsten REACH-Schadstoffe ab.
Knöpfe, Reißverschluss-Anhänger oder dekorative Elemente können Kleinteile sein — bei Kinderbekleidung besonders reguliert. Befestigung muss Zugtest bestehen.
Faserzusammensetzung in Prozent auf Deutsch (EU-Verordnung 1007/2011), Pflegesymbole, Herstellerangabe. Fehlt das Etikett oder ist es falsch — ist das ein GPSR-Verstoß.
Nicht GPSR-konforme Ware darf in der EU nicht verkauft werden, und Mängel führen zu Rückrufen oder Vertriebsstopp. Deshalb gehört das Thema vor die Produktion, nicht ins Lager. Sagen Sie uns Ihre Anforderungen — wir fertigen passend dazu und reichen die Unterlagen durch.
Senden Sie Spezifikation und etwaige RSL. Wir kalkulieren mit zertifizierten Garnen und der nötigen Dokumentation.
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