Deutschlands meistgeforderter Textil-Standard: was geprüft wird, welche Produktklassen gelten und was die Zertifizierung für Ihren Lieferanten bedeutet.
OEKO-TEX STANDARD 100 ist eine unabhängige Prüfung auf Schadstoffe in Textilprodukten — über 100 Substanzen, viele davon strenger als gesetzliche Grenzwerte. In Deutschland ist er der am häufigsten von Einkäufern und Händlern verlangte Nachweis. Für Strickwaren aus Drittländern wie der Türkei gibt er dem deutschen Markt eine klare, geprüfte Garantie: kein Formaldehyd, kein Nickel, kein verbotener Farbstoff.
Praktisch relevant wird der Standard vor allem beim Marktzugang: Viele deutsche Kaufhäuser, Einkaufsverbände und Marktplätze verlangen den Nachweis in ihren Lieferantenrichtlinien, bevor eine Eigenmarken- oder Handelsware überhaupt gelistet wird. Wichtig zu wissen: Der Kriterienkatalog wird jährlich aktualisiert — Grenzwerte und geprüfte Substanzen können sich ändern. Verlassen Sie sich deshalb nie auf veraltete Zusammenfassungen, sondern prüfen Sie die jeweils aktuelle Fassung des Standards, bevor Sie Anforderungen in Verträge oder Lastenhefte schreiben.
Strengste Anforderungen. Für alle Produkte für Kinder unter 3 Jahren — direkter Hautkontakt, Verschlucken möglich.
Unterwäsche, T-Shirts, Socken, Bettwäsche — Produkte mit direktem Hautkontakt über große Flächen.
Oberbekleidung wie Pullover und Jacken, die auf anderen Kleidungsstücken getragen werden.
Einrichtungstextilien wie Gardinen, Tischdecken — geringster Hautkontakt.
Die Prüfung umfasst unter anderem pH-Wert, Farbechtheiten (Schweiß, Wasser, Reibung), Formaldehyd, Pestizide, Schwermetalle (Blei, Nickel, Chrom), verbotene Azofarbstoffe, Weichmacher (Phthalate) und allergene Dispersionsfarbstoffe. Geprüft wird das fertige Endprodukt — Garn allein reicht nicht. Das bedeutet: Selbst wenn das Garn zertifiziert ist, muss das konfektionierte Strickstück separat getestet werden, wenn Sie das OEKO-TEX-Label tragen möchten.
Wir beziehen Garne von Lieferanten, die OEKO-TEX STANDARD 100 für ihre Garne halten — das gibt die Dokumentationsgrundlage. Wenn Sie als Marke das OEKO-TEX-Logo auf dem Endprodukt führen wollen, müssen Sie das fertige Strickstück durch ein akkreditiertes Institut (Hohenstein, OETI, BV, SGS) testen lassen und die Zertifizierung auf Ihren Namen ausstellen. Wir stellen die Unterlagen unserer Garnlieferanten bereit und unterstützen beim Muster-Sampling für Tests. Die Zertifizierungskosten und -verantwortung liegen beim deutschen Auftraggeber.
Wenn Sie als Marke das Label auf dem Endprodukt führen wollen, läuft die Zertifizierung typischerweise so ab:
Diese drei werden oft verwechselt: EU-REACH ist EU-Recht (Verbotsliste Anhang XVII — Pflicht). GPSR ist EU-Recht zur Produktsicherheit (Pflicht). OEKO-TEX ist ein freiwilliger Marktstandard — kein Gesetz, aber faktisch Marktvoraussetzung für viele Handelshäuser und Plattformen. Alle drei zusammen ergeben vollständige Compliance plus Marktdifferenzierung.
| Regelwerk | Charakter | Praxisbedeutung für Strickwaren |
|---|---|---|
| EU-REACH (Anhang XVII) | Gesetzliche Pflicht, EU-weit | Verbotene Stoffe dürfen nicht enthalten sein — ohne Ausnahme; Verantwortung beim Importeur |
| GPSR | Gesetzliche Pflicht, EU-weit | Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit, verantwortliche Person in der EU auf dem Etikett |
| OEKO-TEX STANDARD 100 | Freiwilliger Marktstandard | Listungsvoraussetzung vieler Händler; Grenzwerte teils strenger als das Gesetz; jährliche Erneuerung |
Für die Budget- und Zeitplanung heißt das: REACH- und GPSR-Konformität sind die nicht verhandelbare Basis — was die GPSR konkret verlangt, fasst unser Beitrag zur GPSR für Strickwaren zusammen. OEKO-TEX kommt als Marktstandard obendrauf und zahlt zugleich auf Ihre Nachhaltigkeitskommunikation ein. Wie wir das Thema herstellerseitig mit zertifizierten Garnlieferanten abbilden, zeigt die Seite nachhaltiger Strickwarenhersteller.
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Teilen Sie uns Ihre Anforderungen mit — zertifizierte Garne, Testzeitraum und Dokumentation. Wir planen Sampling und Vorlaufzeit entsprechend.
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